Eine Website-Relaunch-Checklist für Projektmanager, Teil 1


Allgemeine Voraussetzungen

Ein Website-(Re)launch ist ein aufwändiges Projekt. Es gibt viele Aufgaben, die auf alle Fälle erledigt werden müssen. Es gibt aber auch einige Voraussetzungen, die in manchen Fällen bereits bei Projektstart erfüllt sind, in manchen Fällen aber nicht. Fehlen diese, kann das massive Auswirkungen auf Dauer und Umfang des Projekts haben, da diese Arbeitspakete zusätzlich erledigt werden müssen. Projekt Manager sind gut beraten, diese Voraussetzungen zu prüfen und einzufordern, weil sie bei Nicht-Erfüllung das Projekt in die Länge ziehen und sogar den Projekterfolg gefährden können.

Die folgenden Themen-Bereiche sind in vielen Fällen bereits abgedeckt und das Relaunch-Projekt kann auf bestehende Ressourcen zurückgreifen. Fehlen sie, müssen entsprechende Arbeitspakete eingeplant werden. Im Extremfall, z. B. wenn die Corporate Identity nur lückenhaft definiert ist, empfiehlt sich ein Verschieben des Projektstarts, bis die entsprechenden Hausaufgaben erledigt worden sind. Es ist unbedingt erforderlich, die folgenden Voraussetzungen im Detail abzuklären und je nach Erfüllung entsprechende Maßnahmen abzuleiten, die manchmal auch zu einer Verschiebung des Projektstarts führen können.

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Corporate Design / Corporate Identity

Gibt es kein Corporate Design (CD) müssen Screen Designer naturgemäß bei null starten. Gibt es ein CD das nur unzureichend kodifiziert ist, gilt es nachzujustieren. Das kann natürlich auch ein gewisser Vorteil sein, in der Regel ist es aber ein großer Nachteil, denn Corporate Design Themen müssen mit der Geschäftsführung abgestimmt werden. Da man vielfach über Geschmacksfragen diskutiert und jeder eine Meinung dazu hat, kann das unter Umständen sehr viel Zeit verschlingen.

Fehlen neben dem CD noch weitere Komponenten der Corporate Identity, bzw. gibt es dafür keine klaren schriftlichen Richtlinien, dann müssen diese erst erarbeitet und definiert werden, bevor ein Website-Projekt gestartet werden kann. Diese Themen können NICHT "nebenbei" abgehandelt werden. In diesem Fall ist es unbedingt ratsam, den Start des Relaunch-Projektes zu verschieben.

Produkt-Portfolio

Erhält man (intern oder extern) den Auftrag für einen Website-Relaunch möchte man davon ausgehen, dass man das Produktportfolio fix und fertig aus der Schublade holen kann. Tatsächlich ist das aber nicht immer der Fall. Gerade bei größeren Firmen kann es vorkommen, dass die notwendigen Informationen dezentral organisiert sind. Dann gibt es keine zentrale Dokumentation auf die man zurückgreifen kann und die Informationen müssen mühsam zusammengetragen werden. Gibt es dann noch eine Vielzahl verschiedener Angebote, z. B. Produkte, Lösungen, Dienstleistungen, Software oder Beratung, kann der Aufwand, diese zu sammeln und zu strukturieren enorm sein. Soll darüber hinaus auch ein E-Commerce-Projekt umgesetzt werden, kann sich das Website-Projekt ganz schnell in einen Albtraum verwandeln, wenn die notwendigen Voraussetzungen dafür. noch nicht geschaffen wurden.

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Ansprechpartner für Kunden und/oder CRM

Speziell in größeren Firmen mit komplexem Produkt-Portfolio und stark dezentraler Organisationsstruktur kann die Weiterleitung von Kontakt- und Produktanfragen eine komplexe Angelegenheit sein. Wer glaubt, Anfragen einfach nach klar definierten Regeln an ein bestehendes CRM übergeben zu können, könnte hier ein böses Erwachen erleben.

Organisationsstruktur und Projektkultur

Bei der Erstellung eine Website benötigt man Informationen und die Unterstützung von diversen Unternehmensbereichen. Marketing, Sales und IT sind wichtige interne Partner. Häufig ist der Projektleiter auch auf die Unterstützung seitens des Einkaufs, der Buchhaltung oder der Rechtsabteilung angewiesen. Da gilt es sicherzustellen, dass alle Beteiligten, sich ihrer Rollen und Aufgaben bewusst sind und Zeit für das Projekt reservieren.
Zudem ist es nicht ungewöhnlich, dass im Projekt die üblichen Hierarchien durch Projekthierarchien ersetzt werden müssen. Das kann sehr leicht zu Konflikten führen, wenn es keine entwickelte Projektkultur gibt.

Diese Problemfelder kann man am besten entschärfen, in dem man dem Projektstart viel Raum gibt, diese Themen frühzeitig anspricht und bindende schriftliche Vereinbarungen trifft und das volle Commitment aller Projektteilnehmer einfordert, idealerweise sogar mit deren Unterschrift.

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Autor: Christoph Praxmarer

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